Mit der Bitte um Beachtung: Statement des VDST zum Thema COVID-19

Die Coronapandemie betrifft natürlich auch unsere gewohnten Tauchaktivitäten. Alle inzwischen geltenden Erleichterungen sind insofern auch weiterhin darauf auszurichten, Kontakte zu vermeiden und das Gesundheitssystem nicht zusätzlich zu belasten.

Wir gefährden unsere und die Gesundheit anderer, wenn wir entgegen den Empfehlungen der Sachverständigen und angesichts des derzeit schmerzhaft guten Wetters ungeduldig fahrlässig handeln.

Zwar wurden inzwischen in einigen Regionen in einigen Bundesländern die ersten Sportstätten ab 20.4.20 wieder geöffnet. Trotzdem ruft der VDST (Präsident sowie die Fachbereiche Medizin und Ausbildung) weiterhin dazu auf, auf Tauchgänge in der gewohnten Weise zu verzichten!  Sofern Tauchgänge ab dem 20.4.20 durchgeführt werden, sind strenge Regeln zu beachten.

So ist das Tauchen (in einer Zweiergruppe) nach Einschätzung des VDST in ihrer Gefährlichkeit und Unfallwahrscheinlichkeit anderen Aktivitäten im Freien ähnlich einzuordnen. Um das Ansteckungs- und Verletzungsrisiko so gering wie möglich zu halten, sieht das neueste Statement des VDST insofern folgende Einschränkungen aktuell und vorübergehend als notwendig an:

  • Es dürfen keine Ausbildungstauchgänge absolviert werden.
  • Es darf keine Leihausrüstung genutzt werden. Besonders zu erwähnen sind hier: Atemregler, Maske, Schnorchel
  • Die örtlich gültigen und bekannten Abstandsregelungen über Wasser sind einzuhalten.
  • Die Tauchtiefe ist zu begrenzen – um die Gefahr eines Tauchunfalls und die Bindung von Rettungsmitteln und Rettungspersonal möglichst auszuschließen.

Daraus ergeben sich bis auf Weiteres folgende Regelungen:

  1. Die Zweiergruppe besteht mindestens aus einem DTSA** Taucher und einem DTSA*** Taucher (oder höher) als Gruppenführer. Der Gruppenführer muss mindestens ein DTSA*** Brevet haben, da hier die Fremdrettung mitausgebildet ist.
  2. Die Tauchtiefe ist auf 15 Meter begrenzt. Es werden ausschließlich Nullzeittauchgänge durchgeführt.
  3. Beide Taucher haben redundante Systeme – d.h. sie haben zwei komplette Atemregler an getrennt absperrbaren Ventilen und führen so viel Luftvorrat mit sich, dass eine Notatmung aus dem Regler des Tauchpartners (Out of Air) ausgeschlossen ist.
  4. Es wird empfohlen, dass beide Taucher getrennt zu ihrem örtlichen Tauchgewässer fahren, sofern sie nicht in häuslicher Gemeinschaft leben. Die unterschiedlichen länderspezifischen Regelungen und Auslegungen sind hierbei stets zu berücksichtigen. „Tauchtourismus“ ist auf jeden Fall zu vermeiden.
  5. Für Taucher mit einer durchlebten COVID-19 Erkrankung erlischt die Tauchtauchtauglichkeit. Die dann notwendige erneute Untersuchung soll bei einem Arzt  der Fachgesellschaft GTÜM unterbesonderer Berücksichtigung der Lunge, ggf. mit  Bildgebung, durchgeführt werden.

Auf die möglichen Folgen (fehlender VERSICHERUNGSSCHUTZ !!!) bei Nichtbeachtung ist dabei ausdrücklich hinzuweisen.

Zudem sind folgende Aspekte zu beachten:
·         Durch rechtliche Vorgaben können in einigen Regionen Tauchgänge verboten sein;
·         Die geltenden Abstands- und Hygieneregeln sind unbedingt zu beachten;
·         Sofern eine – vielleicht auch unerkannte – COVID-19-Erkrankung durchgemacht wurde, kann Tauchen aufgrund der Veränderungen in der Lunge zu einer besonderen Gefährdung werden;
·         Das Gesundheitssystem in der Region, in der der Tauchgang geplant ist, sollte nicht besonders belastet sein;
·         Die weiteren Ausführungen der VDST-Fachbereiche Medizin und Ausbildung im Download Corona: Empfehlungen zur Tauchgangsdurchführung (Stand 17.04.2020) sollten unbedingt beachtet werden!

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